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Passivhaus Erdelt Weidach

Brief des Bauherren an den Projektanten Prof. Dr. Harald Krause

 

Lieber Herr 
Krause,

Führe recht genau Buch über unsere Energieverbräuche und -erträge, über
Temperaturverhältnisse außen/innen, so daß ich nach 4 Monaten eine ganz
interessante Zwischenbilanz ziehen kann.

Typisch für winterliche Schönwetterlage sind diese Februartage 2008.

Da läuft unser Haus als Plusenergiehaus.


Täglicher Haushalts Stromverbrauch: ca. 16-18 kWh, tägliche Strom-
produktion:
22-24 kWh. Energie für Heizung: 0. Energie für elektrische Außenluft-
vorerwärmung steckt im Haushaltsstrom (geschätzt ca. 6 kWh). Energie
für Warmwasser: zwischen 6 und 12 kWh über Solarthermie. Damit heizt
sich das Warmwasser um ca. 12, 13 Grad täglich auf, so daß unsere
vorgegebene Pufferspeichertemperatur von rund 50 Grad Celsius locker
erreichen läßt. Eine höhere Temperatur (Legionellenschutz) ist nicht
erforderlich, da unser Warmwasser über eine Frischwasserstation
erhitzt wird.

Im Haus haben wir einen konstanten Temperaturbereich zwischen 19 und 24
Grad. Außentemperatur schwankt in diesen Tagen zwischen minus 13 Grad in
der Nacht und etwa plus 5 Grad tagsüber.

Bei Schlechtwetterlagen (grau und trüb, Temperatur knapp unter Null Grad)
wie im Dezember 07 und teilweise Januar 08 ist eine Aufbereitung des
Warmwassers über elektrisches Heizschwert (5kW) im Pufferspeicher
erforderlich. Hier steigt mein täglicher Strombedarf um 10-20 kWh.

Eine Zuheizung über den Scheitholzofen ist nur an sehr wenigen Tagen
notwendig. Trotzdem sind wir froh, daß wir Schornstein und Ofen vorgesehen
haben. So kann gar nichts passieren.

Außerdem haben wir die Möglichkeit ggf. die Warmwasseraufbereitung und
die Außenluftvorerwärmung auch noch über einen wasserführenden
Stückholzofen zu realisieren. Allerdings wäre diese Maßnahme (je nach
Modell ca. 5 bis 10.000 Euro) eher ideeller Natur, amortisieren würde
sich dieser Aufwand bei gleichbleibenden Strompreisen evtl. in 20-25
Jahren.

Fazit:
Wir sind mit dem Verhalten unseres Hauses schon jetzt sehr zufrieden, wir
fühlen uns ausgesprochen wohl, alle Erwartungen haben sich erfüllt.

Wir freuen uns jetzt schon auf die Energiebilanz im Frühjahr und Sommer.


Als ich heute morgen bei minus 12 Grad mit dem Hund über die Wiesen
nördlich von Wolfratshausen spaziert bin und mein Blick über die
rauchenden Schornsteine meiner Heimatgemeinde Richtung Sonnenaufgang und
Alpenpanorama fiel, da dachte ich mir: Wie schön, daß mein Schornstein nicht
raucht, es mit 20 Grad drinnen ohne Heizung angenehm warm ist, die
Warmwassertemperatur vom Sonnenschein der letzten Tage bei 46 Grad liegt
und die Sonne schon bald wieder meinen Strom und mein Warmwasser erzeugt.

Unser Passivhaus, die beste Investition unseres Lebens! Wir sind begeistert.


Herzlichst
Ihr
Uwe Erdelt